9.08.19
Die zweite Nacht verbrachten wir als Couchsurfer bei Max zuhause. Es faszinierte uns, dass es Menschen gibt, die Fremden eine Couch oder eine Matraze und sogar ihre Dusche offerieren. Mit Max, konnten wir ein ungezwungenes Gespräch führen und fühlten uns auf Anhieb wohl. Es war eine schöne Begegnung die uns sehr positiv in Erinnerung bleiben wird.
Am nächsten Morgen ging es los. Wir stellten uns in die Nähe einer Autobahneinfahrt die in Richtung Dänemark führt. Es war ein vermeintlich guter Start: tatsächlich hielt das erste Auto an um uns mitzunehmen. Wir konnten es nicht glauben! Doch kurze Zeit später, als wir bereits im Auto sassen, stellte sich heraus, dass der Fahrer nicht in unsere benötigte Richtung fährt. Also fuhr er uns an die gleiche Stelle zurück wo er uns aufgeladen hat. Alles begann wieder von vorne.

Das Glück meinte es gut mit uns! Am neuen Ort warteten wir knapp zehn Minuten, bis ein Van anhielt um uns mitzunhemen. Der Fahrer, Florian fuhr zum Kitesurfen nach Dänemark. Florian meinte, er könne uns bis nach Kiel mitnehmen, wo er dann noch jemanden aufladet. Während der Fahrt schwatzen wir viel, so viel dass Florian vergass, uns in Kiel an einer Raststette auszuladen. So kam es dann, dass wir über die Grenze nach Dänemark bis nach Kolding immernoch im selben Van sassen. In Kolding schlug Florian dann einen anderen Weg ein und wir verabschiedeten uns dankbar.

In Kolding, im Industriegebiet gestrandet, fing es heftig an zu regnen. In der Nähe eines Kreisverkehrs versuchten wir erneut unser Glück, eine Mitfahrgelegenheit weiter hinauf in den Norden zu bekommen. Nachdem einige Autos vorbeigezogen waren, senkte sich die Stimmung. Wir waren erschöpft von allen Eindrücken des Tages und langsam hungrig. Wo sollten wir nur schlafen? Doch das Warten hat sich wieder gelohnt. Ein Auto setzte den Blinker um uns mitzunehmen. Ich jubelte innerlich! Hans nahm uns 120 km mit bis nach Aarhus, wo er selbst lebt. Er fuhr uns sogar noch bis zu einem Waldrand in der Nähe der Autobahn, wo wir die Nacht in einem Shelter verbrachten, das ist ein kleiner offener Holzbau mit Überdachung.
