Ein letzer Beitrag

Unsere Reise führte uns durch 5 Länder. Dabei haben uns 42 Anhalter mitgenommen, davon 37 männliche und 4 weibliche Fahrer. 2‘212km legten wir insgesamt mit Autostopp zurück und das sind durchschnittlich 52,7km pro Anhalter. Das Reisen per Anhalter, über solch weite Distanzen, war für uns beide eine völlig neue Erfahrung. Es ist ein Art des Reisen, die sich ganz wesentlich von anderen unterscheidet. Vieles ist ungewiss und unerwartet, es gibt sehr schöne aber auch sehr ernüchternde Momente. Schlussendlich bringt es das Sprichwort „der Weg ist das Ziel“ ziemlich auf den Punkt. Man muss sich darauf einlassen, den Drang alles bestimmen zu können zurückstecken, Spontantität und Flexiblität leben. Das Reisen per Anhalter ist sicherlich nicht für jedermann geeignet, doch wer es wagt wird mit unvergesslichen Eindrücken und Begegnungen belohnt.

Vielen Dank für das Verfolgen meines Reisetagebuchs. Bestimmt wird es auch für Marc und mich spannend und schön sein, die Beiträge irgendwann in der Zukunft zu lesen und uns an all die unvergesslichen Momente erinnern zu können.

Ein neuer Abschnitt beginnt!

Wir haben es geschafft! Unser Ziel Oulu ist erreicht. Letzten Freitag kamen wir um ca. 10 Uhr abends in Oulu an. Um ehrlich zu sein, war es für uns am letzten Reisetag und kurz vor dem Ziel nicht einfach, geduldig am Strassenrand auf eine Mitfahrgelegenheit zu warten. Es fühlte sich nicht an wie an den meisten vergangenen Tagen, an denen man nicht wusste wo der Tag enden wird. Dazu war ich auch zugegebenerweise nervös darauf, was mich die nächsten Tage, Wochen und Monate in Oulu erwarten wird. Die finnische Grenze lag am Freitag, als wir von Seskarö aus aufbrachen, nicht mehr weit von uns entfernt. Wir entschieden uns, die Strecke zu Fuss in Angriff zu nehmen. Gesagt getan, wir passierten die Finnische Grenze. An einer Bushaltestelle warteten wir bereits gegen frühen Abend darauf, dass ein Auto anhielt um uns ins zwei Stunden entfernte Oulu mitzunehmen, vergebens.. Plötzlich kam ein Bus angefahren mit einer leuchtenden Aufschrift „Oulu“. Ich und Marc blickten uns an und verstanden uns sofort. Das muss ein Zeichen sein! Wir schnappten unser Gepäck und hüpften in den Bus, der uns bis ans Ziel bringen würde.

Im Bus nach Oulu

Nun bin ich hier in Oulu. Die letzten Tage sind so viele neue Eindrücke auf mich geprasselt, dass ich leider noch keine Zeit fand, in mich zu kehren und die vergangenen Wochen revue passieren zu lassen. Ich bin mir jedoch sicher, dass ich mir diese Zeit nehmen werde, womöglich bei einem langen Spaziergang in einem der unendlich und bezaubernd scheinenden Wäldern der Umgebung.

Seskarö

27.08-29.08

Nun sind wir über drei Wochen mit schweren Rucksäcken und Zelt unterwegs. Bald haben wir es geschafft, wir sind kurz vor der Finnischen Grenze und unser Ziel, Oulu, ist in nur wenigen Stunden erreichbar. Langsam aber sicher, zehrte das Reisen an unseren Kräften. Über das Hitchhiken könnten wir zwar sagen, dass es mittlerweile zu etwas ganz normalen, ja gar einer Art Gewohnheit wurde. Trotzdem wird man jeden Tag aufs Neue überrascht, wie zum Beispiel vorgestern, als wir spontan zu Kaffe und Kuchen eingeladen wurden. Das Reisen per Anhalter fordert natürlich auch, ständig kommunikativ zu sein. So gibt es Tage, an denen ich mich nach einem Rückzugsort sehne. Ich freue mich deshalb darauf, bald an einem Ort anzukommen, der mir einen solchen Rückzugsort bietet. Unser Ziel gestern war es, auf die Insel Seskarö, die sich noch in Schweden befindet, zu gelangen. Zuversichtlich brachen wir gestern am späteren Morgen bei strahlendem Sonnenschein von unserem Zeltplatz auf. Nach unseren Berechnungen sollten wir Seskarö spätestens am frühen Nachmittag erreichen, wo wir uns auf einem Schwumm im Meer freuten. Nun ja, so kam dann doch alles anders. Bei Einbruch des Abends und bei mystischem Nebelwetter trafen wir völlig erschöpft auf dem Campingplatz in Seskarö ein. Wir hatten an diesem Tag wenig Glück beim Hitchhiken. Für die gemachte Strecke benötigten wir statt einer Stunde Fahrzeit fünf ganze Stunden und fünf Mitfahrgelegenheiten. Was für ein Tag! Wir schafften es gerade noch rechtzeitig bevor die Reception des Campingplatzes schloss. Ein wenig Komfort haben wir uns nun verdient, so mieteten wir gleich für die nächsten zwei Nächte ein kleines „Cabin“. Heute scheint die Sonne, es ist herrlich. Mit Fahrrädern erkunden wir die Insel und geniessen einen Tag ohne Hitchhiken in vollen Zügen.

Dienstag: Bei Sonnenuntergang
Mittwoch: In den Nebel eingetaucht
Donnerstag: Unser kleines Cabin in Seskarö

Kleine Welt

26.08.19

Der Ort an dem wir übernachteten, Abisko, befindet sich in einem Nationalpark. Abisko liegt in der Kommune Kiruna, im schwedischen Lappland. Da wettertechnisch noch immer keine Besserung in Sicht war, entschieden wir uns gegen eine Wanderung und Übernachtung im Nationalpark. Schade, denn von nun an wird das Land immer flächer werden. Das heisst für mich, adieu Berge bis im Dezember. Wir stellten uns bereits darauf ein, im verlassenen Abisko, lange auf eine Mitfahrgelegen warten zu müssen. Doch bereits der dritte gesichtete Wagen nahm uns mit. Zwei älteren Herren, die auf der Heimreise ins 100 km entfernte Kiruna waren, durften wir Gesellschaft leisten. Die beiden Herren erzählten uns während der Fahrt von der Kultur des Fischens und Fischessens in Schweden. In Kiruna angekommen, legten wir aus einem ganz bestimmten Grund eine Pause in einem Diner ein. Nach etlichen Empfehlungen, wollten wir endlich in den Genuss von Rentierfleisch kommen. Auf Empfehlung eines Einheimischen, in Form eines Kebabs. Es wahr wirklich köstlich!

Diner in Kiruna

Etwas vom schwierigsten beim Hitchhiken ist es, aus einer Stadt zu gelangen. Vergeblich warteten wir ca. zwei Stunden auf eine Mitfahrgelegenheit. Kiruna ist keine Stadt, die ich als schön bezeichnen würde. Die Stadt ist erst 120 Jahre alt und viele Menschen verdienen sich hier ihre Existenz indem sie Eisenerz abbauen. Das Bohren nach Eisen hat seine Spuren hinterlassen. Einzelne Stadtteile sind vor dem Einsturz gefährdet. So kommt es, dass die ganze Stadt Kiruna in den kommenden Jahren an einen anderen Ort verschoben wird. Einige Häuser stehen bereits an einem neuen Ort, unglaublich nicht wahr?

Eisenerzabbau in Kiruna

Wir verweilten also gezwungenermassen ca. zwei Stunden am öden Strassenrand Kirunas bis uns endlich ein Mann aus Georgien ein kurzes Stück mitnahm. Am neuen Platz war uns dann das Glück wieder hold: keine fünf Minuten mussten wir warten. Der Fahrer stellte sich uns als Daniel vor, er sei Folk-Musiker und wohne in der Nähe von Gällivare, was auf unserem Weg lag. Während der Fahrt stellte sich heraus, dass Daniel in der Region recht berühmt ist, in nächster Zeit hat er gar Aufritte in Japan und den USA. Für diejenigen die mal reinhören wollen: Daniel Wikslund, er ist auf Youtube und Spotify zu finden. Die beiden älteren Herren der vorherigen Fahrt hatten uns den Fluss Kalixälven als gutes Angelrevier empfohlen. Da Marc unbedingt noch ein Fisch fangen wollte, fragten wir Daniel ob er den Fluss kenne und ob es schön sei dort. Ihm gefalle es dort und es gäbe sogar einen Campingplatz gleich am Fluss, der von einer Schweizerin aus Zürich geführt werde. Er brachte uns also zu erwähntem Ort und stellte uns Franziska vor. Wie es der Zufall will, ist Franziska nicht von Zürich sondern vom Mutschellen, wo auch Marc aufgewachsen ist und seine Familie lebt! Wie klein die Welt doch manchmal ist! Sie erzählte uns, dass sie Marc’s Grosseltern kenne und dass das Geschäft von Marc’s Vater die elektrischen Installationen im Haus ihrer Eltern gemacht habe. So hiess sie uns nach kurzem Kaffekränzchen herzlich willkommen und zeigte uns den Platz für unser Zelt.

Am Fluss Kalixälven gleich beim Campingplatz

Bei Wind und Regen

25.08.19

Als ich an diesem Morgen die Augen auschlug, hörte ich den Regen wild aufs Zelt prasseln. Am liebsten wäre ich garnicht aufgestanden. Ich wusste nämlich was uns blühte: Im kalten Regen alles zusammenräumen und dabei selbst pitschnass werden. Es blieb uns jedoch nichts anderes übrig nach dem Motto, Augen zu und durch. Wir nahmen uns als Tagesziel vor, bis zum Abend die Schwedische Grenze zu passieren. Eingepackt in wetterfester Montur, verliessen wir den Tengelfjord und machten uns auf zur Hauptstrasse. Durchnässt erreichten wir diese und versuchten auch gleich mitgenommen zu werden. Nach kurzer Zeit nahmen uns zwei Norweger für gut 30 Kilometer mit und liessen uns bei Wind und starkem Regen irgendwo an einer kleinen Bushaltestelle raus, mit dem Tipp von hier aus doch den Bus nach Narvik zu nehmen. Wir zogen dies trotz dem Unwetter nicht ernsthaft in Erwägung, aus reiner Neugier warfen wir dennoch einen kurzen Blick auf den Fahrplan: mehr als 3 Stunden Wartezeit! So blieb keine andere Wahl als uns an die Strasse zu stellen. Der Wind blies stark und es schüttete aus Kübeln, doch noch frohren wir nicht und nahmen die Situation mit Humor. Nass bis auf die Socken standen wir also da am Strassenrand, der nicht eine besonders gute Anhaltemöglichkeit bot und hofften auf ein wenig Mitleid. Einige Autos und Camper zogen ohne Reaktion vorbei. Doch nach 10 Minten hatte doch jemand Mitleid. Roy fuhr glücklicherweise bis nach Narvik (Stadt am Anfang der Lofoten). So konnten wir uns knapp zwei Stunden lang im Auto aufwärmen. Als wir die ersten Worte mit Roy wechseltet, fiel mir etwas ungewöhnliches auf. Roy sprach ausgesprochen ruhig und langsam, auch seine Körpersprache unterstrich dies. Er erzähle uns nach längerem Quatschen, dass bei ihm mit 28 Jahren die Diagnose für eine spezielle Form von Parkinson gestellt wurde. Mittlerweile ist er 48 und nimmt täglich ein Medikament dagegen ein. Das Medikament lässt ihn langsam sprechen und agieren. Trotzdem hilft es ihm, die Krankheit im Zaum zu halten, so kann er trotz Parkinson ein ganz normales Leben führen. Wir haben Roy in der kurzen Zeit ins Herz geschlossen und verabschiedeten uns kurz vor Narvik, wo unsere Wege sich trennten. Der Regen schien an diesem Tag nicht zu stoppen, so buchten wir vorsichtshalber ein Zimmer bereits nach der Schwedischen Grenze in Abisko. Das letzte Stück nahm uns ein junges norwegisches Paar mit, die zum Einkaufen nach Schweden fuhren, wo es anscheinend um einiges günstiger ist als in Norwegen. So kamen wir abends erschöpft aber doch zufrieden in Abisko an, denn das Tagesziel war erreicht und ein warmes Bett wartete auf uns.

Eine triste aber doch spannende Durchfahrt..

Kleine Auszeit

19.08-24.08

Es ist Samstag und wir sind immer noch auf den Lofoten. Die letzen Tage haben wir uns ein wenig treiben lassen, hatten viele interessante Begnungen und konnten dabei sogar einige Sonnenstrahlen tanken. Das Hitchhiken von Ort zu Ort erweist sich als nicht allzu schwierig, da es nur eine Hauptstrasse gibt, die sich durch die Inselgruppe schlängelt. Sei es mit Camper oder einem Mietauto, abertausende Touristen erholen sich auf den Lofoten bei Aktivitäten wie dem Wandern, Surfen, Fischen und noch vielem mehr. Ein Einheimischer, der uns von Leknes aus ein Stück weit mitnahm erzählte uns, dass während den drei Monaten Hauptsaison im Sommer ca. 2 Millionen Touristen die Lofoten bereisen. Das ist eine unglaubliche Anzahl, wenn man bedenkt, dass nur 40 Tausend Menschen hier auf den Lofoten leben. Da ist natürlich nachvollziehbar, dass einige Einheimische die Nase gestrichen voll haben von den Touristen. Was uns selbst als Touristen anbelangt, können wir sowohl die Einheimischen als auch alle anderen Touristen verstehen, denn die Lofoten sind einfach ein traumhaft schöner Ort! Morgen geht die Reise mit Autostopp weiter. Bereits in einer Woche wird unser Abenteuer in Finnland enden, wie schnell doch die Zeit vergeht!

Das Fischerdorf Å
Warten an der E 10..
Auch wir gingen auf Wanderschaft: Auf dem Weg zum Festvågtind bei Henningsvær
Beim Fischen
Zwei gemütliche Tage in Henningsvær
Übernachten am Tengelfjord

Auf zu den Lofoten

18.08.19

Der Wind blies uns in dieser Nacht gehörig um die Ohren. Doch das Zelt hielt stand und wir konnten den Morgen an diesem traumhaften Strand in Mjellet ausgiebig geniessen. Gegen 14:00 Uhr brachen wir auf. Nach kurzem Weg zu Fuss zeigte bald der Daumen wieder nach oben und man brachte uns an die Hauptstrasse. Ein Waliser, der in Bodø als Flugzeugmechaniker arbeitet, brachte uns schlussendlich, nach kurzem Zwischenstopp in einem Supermarkt, direkt zur Fähre nach Moskenes, die wir pünktlich erreichten.
Nach 3,5 Stunden Fahrt und dem Aufkommen einiger schrecklicher Erinnerungen an die Überfahrt von Hirtshals nach Bergen legte die Fähre in Moskenes an. Wohlauf machten wir uns auf den Weg zum Campingplatz, nach den letzten intensiven Reisetagen war wiedermal eine Dusche nötig! Das Zelt war schnell aufgebaut, die Angelrute montiert und kurze Zeit später zog Marc unser Abendessen an Land. Nach Gaumenschmaus und wohltuender Dusche verkrochen wir uns erschöpft und zufrieden in unsere Schlafsäcke.

Fähre Bodø-Moskenes

Abends in Moskenes

Mjelle

17.08.19

Man könnte meinen, wir haben uns langsam an die langen nächtichen Fahren gewöhnt. Unsere Ansprüche an einen Schlafplatz sind deutlich gesunken. So haben wir die 10 stündige Fahrt liegend und schlafend auf dem Zugboden verbracht. Mit etwas schmerzenden Gelenken kamen wir um 9 Uhr morgens in Bodø an. In einem kleinen Kaffee verweilten wir ein wenig, um uns zu sammeln. So entschieden wir uns, eine Nacht am Meer, in der Nähe von Bodø zu verbringen. Als wir nach einer Bushaltestelle suchten, um aus der Stadt zu gelangen, schienen wir wohl ein wenig verloren. Ein einheimisches Paar sprach uns an, ob sie uns weiterhelfen können. Die beiden schienen Freude daran zu haben, uns ein paar Tipps zu geben. Nebst dem Begleiten zur Bushaltestelle, zeigten sie uns Fotos von Mjelle, wo wir unbedingt hin sollten. Die beiden gaben uns sogar ihre Telefonnummer, für alle Fälle.. wie herzliche Menschen es gibt auf dieser Welt! Wir verweilten noch zwei Stunden in Bodø, der Bus nache Mjelle fährt nämlich nur einmal am Tag. Am späteren Nachmittag hatten wir es geschafft, der Ort an dem wir ankamen war gesäumt von kleinen Sandstränden und azurblauem Meer. Trotz starkem Wind konnten wir den Tag an diesem idyllischen Ort entspannt ausklingen lassen und wurden sogar mit zwei selbstgefangenen Makrelen für das Abendessen belohnt.

Unser kleines Camp in Mjelle bei Bodø

Immer Richtung Norden..

16.8.19

Es ist 22:45 und wir befinden uns am Hauptbahnhof in Trondheim, 420 km von unserem heutigen Startpunkt entfernt. Folgendermassen kam es dazu: Vor dem Verlassen des abgelegenen Campingplatzes, nutzten wir die Gelegenheit und suchten uns eine Mitfahrgelegenheit bis ins Dorf Loen. Die war schnell gefunden, ein deutsches Päärchen nahm uns bis zum nächsten Hauptstrasse mit, wo wir uns direkt wieder an die Strasse stellten. Fünf Minuten später hatten wir wieder Glück. Ein junges Paar in einem Van, dass auf dem selben Campingplatz war wie wir, nahm uns mit. Ihr Reiseziel war Oslo. Wie sich kurze Zeit später heraus stellten sollte, konnten wir nicht nur, wie vorerst angenommen, bis ins nächste Dorf Namens Stryn, sondern bis nach Otta sitzenbleiben. Das sind über 195 km, ein Volltreffer!

Morgens in Loen

Norwegen ist ein Land mit ca. 5 Millionen Einwohnern. Verglichen mit der Schweiz ist das ziemlich wenig, da Norwegen mit einer Fläche von 385‘203 Quadratkilometern um einiges weitläufiger und merklich weniger dicht besiedelt ist. Die heutige Fahrt bewies dies auf eindrückliche Art und Weise. Wir durchquerten Gebiete die den Alpen zum verwechseln ähnlich sehen. Weil wir viel höher im Norden sind als in der Schweiz, befindet sich die Baumgrenze um einiges tiefer. So kann es sein, dass die Landschaft auf 600 Metern etwa gleich geprägt ist, wie bei uns ins der Schweiz auf 2000 Metern.

Nach kurzem Zwischenstopp und Snack in Otta ging es weiter Richtung Trondheim. Kaum hatten wir das Gepäck abgestellt hielt auch bereits das erste Auto. Der Fahrer hiess Vangens, er arbeitet beim norwegischen Militär und stellte sich als echter Outdoorfreak heraus – das Thermometer zeigte minus 38 Grad bei seiner kältesten Outdoorübernachtung! Er brachte uns bis ind zwei Stunden entfernte Oppdal, das dem Anschein nach im Winter ein beliebtes Skigebiet ist.

Bis nach Trondheim fehlten uns nicht mehr viele Kilometer, um es genauer zu sagen noch 119. Wir haben uns lange und intensiv Gedanken gemacht, wie sich unsere Weiterreise gestalten sollte. Ist es wirklich unser Ziel, jeweils von früh bis spät eine Mitfahrgelegenheit zu suchen, um irgendwann ans Ziel zu gelangen? Oder reisen wir auch für das Ankommen an mehreren Orten und um die Landschaft weit im Norden geniessen zu können? Wir entschieden uns für das Letztere. Jason, ein junger Herr in unserem Alter, der der Liebe wegen von Kalifornien nach Trondheim gezogen ist, nahm uns das letzte Stück mit. Er brachte uns freundlicherweise direkt zum Hauptbahnhof in Trondheim, wo wir um 20 Uhr ankamen und uns Tickets für den Nachtzug bis ins zehn Stunden entfernte Bodø kauften. Von dort aus werden wir unsere Hitchhiking Tour wieder aufnehmen.

Ein wohlverdientes Coca-Cola nach 420 zurückgelegten Kilometern.