14.8.19
Mit aufgetankten Kräften und neuer Motivation stellten wir uns diesen Morgen wieder an die Strasse. Dass uns zum ersten Mal, seit wir in Norwegen sind, die Sonne ins Gesicht schien, konnte nur Gutes verheissen. Doch wiedermal mussten wir uns in Geduld üben…dies nahmen wir, in Anbetracht dessen, dass wir uns mitten im Nirgendwo befanden und vermutlich relativ verloren daherkamen, nur ungläublig zur Kenntnis. Wie konnten wir nur so lange ignoriert werden? Etliche Fahrzeuge und Minuten später hielt dann endlich das erste Fahrzeug für uns an. Während der Fahrt stellte sich der Fahrer als Kayd heraus, ein Norweger mittleren Alters und ehemaliger Kondukteur der norwegischen Bahn. So fuhren wir mit Kayd durch diese westnorwegische Landschaft mit ihren Flüssen, Bergen, Pässen, Gletschern und natürlich Fjorden. Kayd erzählte uns, dass er und seine Frau vor vier Jahren einen Hof gekauft haben, wo sie sich momentan ein neues Leben aufbauen. Sie beide hatten genug vom Stress und der Herumhetzerei in Oslo, sie sehnten sich nach einem andern Rythmus, nach einem anderen Lebensstil, näher bei der Natur, näher bei sich selbst. Daher versuchen sie es nun mit Bauern…zum Glück für uns, denn als er uns aufgabelte, war er auf dem Rückweg von der Besichtigung einiger Kashmirziegen, die er sich demnächst zulegen will. Nach ca. zwei Stunden Fahrt, einer Einladung zu sich nach Hause, interessanten Gesprächen und vielen Informationen zur Landschaft die wir durchquerten, fuhr uns Kayd zu einem Campingplatz in der Nähe von Loen. Der Anblick war bezaubernd: ein gletscherblauer See umgeben von steil aufragenden Bergen die von Gletschern bedeckt sind! Ein Ort wie aus dem Bilderbuch! In der Schweiz wäre er wohl von Touristen überrannt, hier ist er wohl ein ziemlicher Geheimtipp. So dankten wir Kayd für die Fahrt und liessen uns für den Rest des Tages an diesem Ort, an dem sich es sich durchaus auch länger aushalten liesse, nieder.










