Immer Richtung Norden..

16.8.19

Es ist 22:45 und wir befinden uns am Hauptbahnhof in Trondheim, 420 km von unserem heutigen Startpunkt entfernt. Folgendermassen kam es dazu: Vor dem Verlassen des abgelegenen Campingplatzes, nutzten wir die Gelegenheit und suchten uns eine Mitfahrgelegenheit bis ins Dorf Loen. Die war schnell gefunden, ein deutsches Päärchen nahm uns bis zum nächsten Hauptstrasse mit, wo wir uns direkt wieder an die Strasse stellten. Fünf Minuten später hatten wir wieder Glück. Ein junges Paar in einem Van, dass auf dem selben Campingplatz war wie wir, nahm uns mit. Ihr Reiseziel war Oslo. Wie sich kurze Zeit später heraus stellten sollte, konnten wir nicht nur, wie vorerst angenommen, bis ins nächste Dorf Namens Stryn, sondern bis nach Otta sitzenbleiben. Das sind über 195 km, ein Volltreffer!

Morgens in Loen

Norwegen ist ein Land mit ca. 5 Millionen Einwohnern. Verglichen mit der Schweiz ist das ziemlich wenig, da Norwegen mit einer Fläche von 385‘203 Quadratkilometern um einiges weitläufiger und merklich weniger dicht besiedelt ist. Die heutige Fahrt bewies dies auf eindrückliche Art und Weise. Wir durchquerten Gebiete die den Alpen zum verwechseln ähnlich sehen. Weil wir viel höher im Norden sind als in der Schweiz, befindet sich die Baumgrenze um einiges tiefer. So kann es sein, dass die Landschaft auf 600 Metern etwa gleich geprägt ist, wie bei uns ins der Schweiz auf 2000 Metern.

Nach kurzem Zwischenstopp und Snack in Otta ging es weiter Richtung Trondheim. Kaum hatten wir das Gepäck abgestellt hielt auch bereits das erste Auto. Der Fahrer hiess Vangens, er arbeitet beim norwegischen Militär und stellte sich als echter Outdoorfreak heraus – das Thermometer zeigte minus 38 Grad bei seiner kältesten Outdoorübernachtung! Er brachte uns bis ind zwei Stunden entfernte Oppdal, das dem Anschein nach im Winter ein beliebtes Skigebiet ist.

Bis nach Trondheim fehlten uns nicht mehr viele Kilometer, um es genauer zu sagen noch 119. Wir haben uns lange und intensiv Gedanken gemacht, wie sich unsere Weiterreise gestalten sollte. Ist es wirklich unser Ziel, jeweils von früh bis spät eine Mitfahrgelegenheit zu suchen, um irgendwann ans Ziel zu gelangen? Oder reisen wir auch für das Ankommen an mehreren Orten und um die Landschaft weit im Norden geniessen zu können? Wir entschieden uns für das Letztere. Jason, ein junger Herr in unserem Alter, der der Liebe wegen von Kalifornien nach Trondheim gezogen ist, nahm uns das letzte Stück mit. Er brachte uns freundlicherweise direkt zum Hauptbahnhof in Trondheim, wo wir um 20 Uhr ankamen und uns Tickets für den Nachtzug bis ins zehn Stunden entfernte Bodø kauften. Von dort aus werden wir unsere Hitchhiking Tour wieder aufnehmen.

Ein wohlverdientes Coca-Cola nach 420 zurückgelegten Kilometern.

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