Der Weg ist das Ziel

10.09.19

Die idyllische Ruhe der Holzhütte, in der wir übernachteten, trügte. Es erwartete uns eine böse Überraschung. Die ganze Nacht durch beraubten uns gefühlte 100‘000 Mücken des Schlafes. Gegen 5 Uhr morgens wurde uns dieses Theater zu bunt und wir entschieden uns zum verfrühten Aufbruch. Dies erwies sich als eine weise Entscheidung, denn unsere Weiterreise per Anhalter ging an diesem Tag nur schleppend vorwärts. Das heutige Ziel war, es auf die Fjord-Line in Hirtshals zu schaffen, die um 20 Uhr ab legt. Das Schiff fährt bis nach Bergen in Norwegen. Das sind 596 km.

So stellten wir uns an diesem wechselhaften Morgen wieder an die Strasse. Nach ca. 10 Minuten hielt das erste Auto und nahm uns bis zur nächsten Autobahneinfahrt mit. Von dort ging es keine 5 Minuten bis ein kleines, schwarzes, vollgepacktes Auto stoppte. Azad und Kej, zwei Brüder iranischer Herkunft, und ihr Hund Gucci fuhren uns bis zu einer Raststätte kurz vor Randeras.

Gucci am Steuer

Nach einer kurzen Pause in Raderas, gerade als wir uns wieder an die Strasse stellen wollten, hielt ein Auto, dass gerade aus der Raststette fuhr. Eric sprach uns von sich aus an und bot uns an, uns bis nach Aalborg mitzunehmen. Was für ein Glückstreffer! Eric bot uns ein Croissant an, erzählte uns von seinem Beruf als Lehrer und seinem Sohn, der schon fast die ganze Welt mit Autostopp bereist hat.

Es waren nur noch 61 km von Aalborg bis nach Hirtshals zurückzulegen. Zwei Syrer, Achmed und Omar, brachten uns auf unserer Strecke ein Stück weiter. Der Ort an dem uns die Beiden rausliessen, war nicht gerade vielversprechend! Nahezu kein Auto fuhr in die gewünschte Richtung. Es war bereits 17 Uhr und ob wir die Fähre wirklich erreichen stand in den Sternen.. Nach einer gefühlten Ewigkeit hielt endlich eine junge Frau an. Sie brachte uns wieder ein kleines Stück weiter. Der Mann der uns als letztes mitnahm, wohnt in Hirtshals und arbeitet sogar auf der Fjordline! Glücklicherweise chauffierte er uns bis zum Hafen, wo die Fjord-Line ab legt.

So Nahe am Ziel an einem verlassenen Ort

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