13.8.19
Wir hatten an diesem Tag eigentlich keine grossen Pläne. Am liebsten wäre es uns gewesen, wieder einigermassen auf die richtige Route zu gelangen. Wir schafften es am späteren Morgen mit einem jungen Norwegischen Päärchen bis in die 30 Minuten entfernte Stadt Voss. Der junge Norweger erzählte uns während der Fahrt von seinem Hobby als Farmer. In Norwegen rentiert sich das Leben als Bauer kaum, weshalb viele Bauernhöfe aufgegeben werden und daher viele Wiesen nicht mehr gemäht werden. Auf diesen Flächen entsteht in der Folge wieder Wald. Das ist wiederum sehr schade, da so längerfristig eine jahrhundertealte Kulturlandschaft verloren geht, worunter auch die Artenvielfalt leidet.
Die Weiterreise von Voss aus, schien nach dem Vorbeifahren von hunderten Autos unmöglich. Kurz vor dem Aufgeben, es war bereits 19 Uhr, tauchte plötzlich ein Wagen mit einem älteren Herrn am Steuer auf. Johan ist eigentlich pensioniert. Die Krankheit Krebs hat ihn vor einigen Jahren heimgesucht. Autofahren als gemeinnützige Arbeit, lenkt ihn davon ab, an seine Krankheit zu denken. Johan fährt für eine Mietwagen-Firma Autos innerhalb Norwegens von einem Standort zum anderen und hatte an diesem Abend glücklicherweise Lust auf Gesellschaft. Johan fuhr bis ins von Voss 131 entfernte Florø. Im Auto überkamen Marc und mich die Müdigkeit und das Gefühl der Erschöpfung. Es regnete so heftig, dass wir eine lange Zeit mit Johan im Auto sassen. Wir durchquerten den längsten Tunnel Norwegens (Lærdalstunnel), der 24.51 km lang ist. Bald würde es dunkel werden und wir hatten noch immer keinen Schlafplatz. Allmählich, auf dem Weg zu einer Passhöhe, entschieden wir uns auszusteigen. Es wurde bald dunkel und wir hatten noch nichts zu Abend gegessen. Das Zelt schlugen wir zwischen einem Fluss und der Strasse auf. Völlig erschöpft schliefen wir ein und wussten dass wir bald etwas an unserem momentanen Reisestil ändern müssen.
