26.08.19
Der Ort an dem wir übernachteten, Abisko, befindet sich in einem Nationalpark. Abisko liegt in der Kommune Kiruna, im schwedischen Lappland. Da wettertechnisch noch immer keine Besserung in Sicht war, entschieden wir uns gegen eine Wanderung und Übernachtung im Nationalpark. Schade, denn von nun an wird das Land immer flächer werden. Das heisst für mich, adieu Berge bis im Dezember. Wir stellten uns bereits darauf ein, im verlassenen Abisko, lange auf eine Mitfahrgelegen warten zu müssen. Doch bereits der dritte gesichtete Wagen nahm uns mit. Zwei älteren Herren, die auf der Heimreise ins 100 km entfernte Kiruna waren, durften wir Gesellschaft leisten. Die beiden Herren erzählten uns während der Fahrt von der Kultur des Fischens und Fischessens in Schweden. In Kiruna angekommen, legten wir aus einem ganz bestimmten Grund eine Pause in einem Diner ein. Nach etlichen Empfehlungen, wollten wir endlich in den Genuss von Rentierfleisch kommen. Auf Empfehlung eines Einheimischen, in Form eines Kebabs. Es wahr wirklich köstlich!

Etwas vom schwierigsten beim Hitchhiken ist es, aus einer Stadt zu gelangen. Vergeblich warteten wir ca. zwei Stunden auf eine Mitfahrgelegenheit. Kiruna ist keine Stadt, die ich als schön bezeichnen würde. Die Stadt ist erst 120 Jahre alt und viele Menschen verdienen sich hier ihre Existenz indem sie Eisenerz abbauen. Das Bohren nach Eisen hat seine Spuren hinterlassen. Einzelne Stadtteile sind vor dem Einsturz gefährdet. So kommt es, dass die ganze Stadt Kiruna in den kommenden Jahren an einen anderen Ort verschoben wird. Einige Häuser stehen bereits an einem neuen Ort, unglaublich nicht wahr?

Wir verweilten also gezwungenermassen ca. zwei Stunden am öden Strassenrand Kirunas bis uns endlich ein Mann aus Georgien ein kurzes Stück mitnahm. Am neuen Platz war uns dann das Glück wieder hold: keine fünf Minuten mussten wir warten. Der Fahrer stellte sich uns als Daniel vor, er sei Folk-Musiker und wohne in der Nähe von Gällivare, was auf unserem Weg lag. Während der Fahrt stellte sich heraus, dass Daniel in der Region recht berühmt ist, in nächster Zeit hat er gar Aufritte in Japan und den USA. Für diejenigen die mal reinhören wollen: Daniel Wikslund, er ist auf Youtube und Spotify zu finden. Die beiden älteren Herren der vorherigen Fahrt hatten uns den Fluss Kalixälven als gutes Angelrevier empfohlen. Da Marc unbedingt noch ein Fisch fangen wollte, fragten wir Daniel ob er den Fluss kenne und ob es schön sei dort. Ihm gefalle es dort und es gäbe sogar einen Campingplatz gleich am Fluss, der von einer Schweizerin aus Zürich geführt werde. Er brachte uns also zu erwähntem Ort und stellte uns Franziska vor. Wie es der Zufall will, ist Franziska nicht von Zürich sondern vom Mutschellen, wo auch Marc aufgewachsen ist und seine Familie lebt! Wie klein die Welt doch manchmal ist! Sie erzählte uns, dass sie Marc’s Grosseltern kenne und dass das Geschäft von Marc’s Vater die elektrischen Installationen im Haus ihrer Eltern gemacht habe. So hiess sie uns nach kurzem Kaffekränzchen herzlich willkommen und zeigte uns den Platz für unser Zelt.
